In der Ostsee verhungern hunderte Robben-Babys

Samstag 15. März 2008 von admin

Stralsund (dpa) In der Ostsee verhungern derzeit aufgrund der fehlenden Eisdecke nach Angaben der Umweltstiftung WWF hunderte Ringelrobben-Babys. «Die Situation ist dramatisch. In einigen Regionen wird vielleicht kein einziges der in den letzten Wochen geborenen Robbenbabys überleben».

Robbenbaby

Das sagte Cathrin Münster vom WWF-Ostseebüro am Montag in Stralsund laut Pressemitteilung. Nach Angaben des Verbandes gibt es nur noch 7000 bis 10 000 Ostsee-Ringelrobben. Sie stehen deshalb auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Der Winter 2007/2008 gilt nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) als der eisärmste in der Ostsee seit knapp 300 Jahren. Für den Verband ist das Robbensterben ein «düsterer Vorbote des Klimawandels».

Besonders betroffen sind laut WWF die Robben vor der Südwestküste Finnlands, im Golf von Finnland und im Golf von Riga. Auch in ihrem Hauptverbreitungsgebiet, dem Bottnischen Meerbusen zwischen Schweden und Finnland, sei die Eisdecke in diesem Winter kleiner und dünner. Ostsee-Ringelrobben, die ihren Nachwuchs im Februar und März bekommen, seien auf das Packeis angewiesen, sagte Münster. Dort bauten sie sich Schneehöhlen, in denen sie dann ihre Babys aufziehen. «Weil das Eis zu schnell schmilzt, müssen die Jungtiere ins kalte Wasser, bevor sie eine robuste Fettschicht angesetzt haben. Dort verhungern und erfrieren sie qualvoll», sagte Münster. Wie viele der schätzungsweise 1500 Jungtiere den eisarmen Winter überleben, ist unklar.
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